Studentenbeitrag: „Wie man in Deutschland Fussball spielt“

Der folgende Beitrag ueber Fussball wurde von Adam P. (Student in G463 German Culture) geschrieben.

Einführung

            Der beste Sport der Welt ist in den USA nicht wirklich bekannt, also ich hab es angebracht gefunden, meinen Mitstudenten ein bisschen Aufschluss darüber zu geben. In dieser Aktualisierung geht es um drei Ereignisse, die wir in meinem Vortrag besprochen haben, aber ein bisschen ausführlicher, da ich damals nur zwanzig Minuten hatte. Ich finde, dass diese Ereignisse die Geschichte vom deutschen Fußball zusammenfassen.

Todeself

            Alles hat mit der Todesel angefangen, mit dem Spiel zwischen der Flakelf und dem FC Start (das heißt, die Luftwaffe gegen ukrainische Fabrikarbeiter). Nach dem Krieg wurde jede Liga zerstört, und die ehemaligen Profi-Spieler konnten nicht zu ihren gewohnten Arbeitsplätzen zurück. Sie mussten eigentlich ihren jeweiligen Wehrmächten beitreten, und die, die die Eroberung der Ukraine überlebt hatten, wurden in Kriegsgefangenschaft genommen. Die meisten Spieler, die früher für Dinamo Kiev und Shahktar Donetsk gespielt hatten, waren gerade in Darnitsa gewesen. Das war eines der schlimmsten Gefangenenlager Europas, was Lebensbedingungen, Essen, und Behandlung betrifft.

            Die Spieler wurden zum größten Teil aus der Gefangenschaft entlassen, aber wären anschließend beinahe verhungert. Davon abgesehen mussten sie sich daran gewöhnen, normale Menschen zu sein, bzw. in Fabriken, Bäckereien und Banken zu arbeiten, da es die ukrainische Bundesliga nicht mehr gegeben hat. Mykola Trusevych, der ehemalige Torwart von Dinamo Kiev, hat sich also für eine Stelle in einer Fabrik beworben, und der Verwalter hat ihn eingestellt, nur weil er ein Kiev-Fan war. Er hat Mykola dazu überzeugt, eine neue Manschaft mit den übrigen ukrainischen Spielern zu gründen. Sie haben es geschafft, und sie hatten wieder eine kleine Liga, die aus sieben Mannschaften bestanden hat. Die hatten keine exklusiven Profis als Spieler, sondern Bahnarbeiter, Soldaten und so weiter, für die der Fußball als ein Nebenjob gegolten hat.  

            Die ukrainische Mannschaft hieß FC Start, und sie hat jedes Spiel gewonnen, bis sie von der Flakelf herausgefordert wurden, der Mannschaft die die Luftwaffe vertreten hat. Die sovietische Propoganda hat zurecht behauptet, dass die Flakelf dieses Spiel als einen Weg nützen wollte, durch den sie die Übermacht der arischen Rasse zur Schau stellen könnten. Aber der Plan würde auf sie heftig zurückschlagen, wenn sie das Spiel verlieren…

            Also haben sie alle Maßnahmen ergriffen, um zu versichern, dass sie die Ukrainer besiegen. Sie haben einen Stasi-Offizier als Schiedsrichter eingestellt, der in den FC Start-Ankleideraum vor dem Spiel getreten ist, um den Spielern zu raten, das Spiel leicht zu nehmen. Sie sollten auch den Hitlergruß vor den hochrangigen Nazis auf dem Spielfield vor dem Anstoß geben. Sie haben sich aber davor geweigert und haben mit aller Inbrunst und Leidenschaft gespielt. Zur Halbzeit waren sie in der Führung, obwohl der Schiedsrichter ihnen keinen Freistoß gegeben hatte, selbst als der Torwart in den Kopf getreten wurde. Die Flakelf hat sehr gewalttätig gespielt, ohne bestraft oder gar ermahnt zu werden.

            Die Start-Spieler wurden noch einmal in der Halbzeitspause davor gewarnt, dass die Folgen wirklich schlimm werden, wenn sie nicht aufgeben, und dass sie einen Sieg bedauern würden. Aber sie haben nicht zugehört. Sie haben deswegen umso besser gespielt, und haben schließlich die Deutschen besiegt. Die Flakelf hat selbst einen Rückkampf eingefordert, und diesmal hat sich FC Start überhaupt nicht zurückgehalten. Sie haben ihn 11-0 gewonnen. Einige Tage nach dem Spiel wurden sie gefangen, gefoltert, und schließlich hingerichtet. Aber sie haben der Welt bewiesen, dass die Nazis nicht übermächtig sind. Sie haben sich ihnen widergesetzt, obwohl sie von den Folgen wussten. Leider mussten sie für ihren Sieg leiden, aber die Ukrainer werden ewig Stolz auf ihre Helden sein.

Das Wunder von Bern

            1954 hat ein relativ faires Spiel stattgefunden, im Gegensatz zu der Todeself-Schande. Die Weltmeisterschaft war in diesem Jahr in der Schweiz,  die erste WM an der die Deutschen seit 1946 teilgenommen haben. Sie waren von der vorletzen WM wegen des zweiten Weltkriegs gesperrt. Also wurden sie sehr unterschätzt; das starke Gegenteil der ungarischen Nationalmanschaft, die seit 1949 nur ein Spiel verloren hatte. Jeder hat sie für den Überfavoriten gehalten. Sie haben Deutschland in einem Gruppenspiel am Anfang des Turniers besiegt, aber die Deutschen hatten nicht die stärksten Spieler aufs Feld gestellt. Also hat der Trainer seine echte Strategie verborgen.

            Die beiden Mannschaften haben das Finale erreicht. Deutschland hat es 3-2 gewonnen und wurde Weltmeister, also konnten die Deutschen sich deswegen vereinigen. Sie konnten auf etwas gemeinsames stolz sein. Dieser Sieg ist dem Wirtschaftswunder entsprechend gewesen, in dem sie von einem guten Ereignis von der Wirklichkeit abgelenkt wurden.

            Aber seid nicht so stolz auf euren Sieg, Jeremy und Michelle, da unser bester Spieler mit einem verletzten Fußgelenk gespielt hat! Er hat auch einen Ausgleich bei 3-2 geschossen, aber der Schiedsrichter hat Abseits gepfiffen. Es gibt auch einige Gerüchte, dass die deutschen Spieler ein leistungssteigendes Medikament vor dem Spiel genommen haben…also wäre alles glatt gegangen, hätten die Ungarn den Titel bestimmt geholt.

Wenn ihr auf den folgenden Link klickt, könnt ihr einen Videoclip vom Spiel anschauen. Es ist auf schwarz-weiß, und ich finde es heftig, wie der Kommentator bei den deutschen Toren ausflippt.

http://www.youtube.com/watch?v=JGOOSVEs-8g

Weltmeisterschaft 2006

                Obwohl Deutschland 1954 Weltmeister wurde, sind sie die Depression zufolge der Vergangenheit nicht losgeworden. Der stereotypische Deutsche hatte laufend einen deprimierten Ausdruck auf dem Gesicht, und Patriotismus war ihnen zuwider, weil sie sich ihrer Geschichte seit dem zweiten Weltkrieg geschämt haben. Wenn jemand auf der Straße eine deutsche Fahne trägt, glaubt man, dass er nicht alle Tassen im Schrank habe. Aber als die Weltmeisterschaft angefangen hat, haben sie der Welt gezeigt, dass sie gastfreundlich sind, und dass sie nicht üble Menschen sind. Und sie haben vor allem sich selbst bewiesen, dass es Sachen im Land gibt, auf die sie stolz sein sollten. Die Nationalmannschaft hat entgegen aller Erwartungen den dritten Platz geschaft, also sie haben zusammen gefeiert, und bei den Publik-Viewings geschrieen und die Fahnen gehisst. Solche Ausstellungen von Nationalbewusstsein hätte Leute in der Vergangenheit erschreckt, weil sie so eng mit der Nazizeit verbunden sind. Aber jeder hat Spaß beim Turnier gehabt. Wegen der tollen Stadions und des endlosen Hefeweizens war WM 2006 eines der erfolgreichsten Turniere in letzter Zeit. Hier kann man ein Beispiel vom Nationalbewusstsein und allgemeinen Zusammengehörigkeitsgefühl ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=YkSdH5gh5J0&feature=fvw

Fußball heutzutage

            Ihr habt bestimmt die letzte WM angeschaut, und Deutschland hat schon wieder den dritten Platz gekriegt. Ich habe vor dem Turnier darauf gehofft, dass sie den Pokal holen, aber Spanien war viel zu stark. Also ich war enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht. Und es hat der Mannschaft wirklich geschadet, dass der Kapitän Ballack verletzt wurde…eigentlich vom Halbbruder seines Nationalmitspielers! Das war aber eine Gelegenheit für die Jungs, ihre Fähigkeiten zu zeigen. Meszut Özil wurde hier weltbekannt und wurde sofort im Sommer von Real Madrid gekauft.

            Es gibt in der Nationalmanschaft nicht nur „einheimische“ Deutschen, sondern auch Spieler wie Miro Klose und Lukasz Podolski aus Polen, Cacau aus Brasilien, und natürlich Özil, dessen Eltern aus der Türkei kommen. Das wäre vor fünfzig Jahren auf keinen Fall passiert.

            Fußball in Deutschland funktioniert ganz anders als in den USA. Man strebt nicht immer an, für die Gymnasiums- oder Uni-Mannschaften zu spielen, sondern sofort einem Verein beizutreten. Verschiedene Spieler werden mit nur 5 Jahren schon gekauft, da es Talentsucher überall auf der Welt gibt. Manchmal wohnen sie auch in Sportinternaten, in denen sie den ganzen Tag trainieren und Taktik lernen können. Also sind sie von anderen Fußballspielern umgeben und können sich dem Sport total widmen. Und das ist ganz typisch, da die Deutschen alles mit aller Inbrunst und Leidenschaft machen!

            Und zum Schluß habe ich einige Links von lustigen Pressekonferenzen und deutschen Scherzen hingefügt, da deutsche Spieler die Presse immer reinlegen wollen.

http://www.youtube.com/watch?v=-itsQ1Fr7X0

http://www.youtube.com/watch?v=6QPxAkNujcs

http://www.youtube.com/watch?v=E0ygyIjEiQI

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