Hier ist ein weiterer Aufsatz zur deutschen Aussprache, geschrieben von einem meiner Studenten, die dieses Semester einen Kurs zur deutschen Aussprache mit mir belegt hatten.
Hindernisse auf dem Weg zur guten Aussprache
Wenn man eine neue Sprache lernt, gibt es immer etwas schwer, das schwer zu beherrschen ist. Am Anfang ist die Grammatik am schwierigsten. In der deutschen Sprache findet der englische Muttersprachler viele Konstruktionen, die zuerst merkwürdig sind. Oft will man die Wörter in die englische Reihenfolge stellen. Aber natürlich kann man das nicht tun. Später wenn man die deutsche Sprache besser kennt, ist die Grammatik nicht so ein Problem und man kann gut verstehen. Dann kommt etwas, was vielleicht schwerer ist: die Aussprache. Man kann viel verstehen, ohne zu sprechen und das Hörverständnis ist oft besser als die Aussprache. Aber verstehen ist nur die erste Hälfte des Zieles. Man will auch verstanden werden. Um verstanden zu werden, muss man gute Aussprache lernen, vielleicht durch das Vorlesen von Texten mit verschiedenen Lauten.
In meiner Geschichte, „Warum nicht Deutsch?“ von Dennis Baker, gibt es Beispiele dieser Laute, aber man sollte auch identifizieren, wann man diese Laute produziert. Um diese Situationen zu identifizieren, muss man die Ausspracheregeln lernen. Nachdem man die Ausspracheregeln auswendig gelernt hat, kann man eine Geschichte wie „Warum nicht Deutsch?“ (und natürlich alles, was aufgeschrieben wurde) vorlesen und sich in der Aussprache üben.
Vokale sind wichtig, weil sie die Basis von allen Silben sind. Jede Silbe hat einen Kern. Dieser Kern ist entweder ein Vokal oder ein Diphtong. Der Kern kann einen Konsonanten oder mehr am Anfang haben, und diese Konsonanten bilden einen Kopf. Ein Kern kann auch Konsonanten am Ende haben, und diese Konsonanten nennen sich eine Coda. Im Titel „Warum nicht Deutsch?“ haben wir vier Silben. (Das bedeutet auch vier Kerne.) Die erste Silbe hat einen Kern („a“) und einen Kopf („w“) aber sie hat keine Coda. Weil diese Silbe keine Coda hat, ist sie „offen.“ Die zweite Silbe hat einen Kern („u“), einen Kopf („r“) und auch eine Coda („m“). Weil sie eine Coda hat, ist sie „geschlossen.“
Vokale können kurz oder lang sein. Die Länge eines Vokals wird oft durch die Zahl von Konsonanten in der Coda nach dem Vokal bestimmt. Ein langer Vokal kann vor nur einem Konsonanten in der Coda sein. Aber ein kurzer Vokal kann vor einem or mehr Konsonanten stehen. Ein langer Vokal wird auch produziert, wenn es ein „h“ nach dem Vokal gibt oder der Vokal verdoppelt wird. In „Warum nicht Deutsch?“ gibt es Beispiele von diesen drei Arten von langen Vokalen (Tag, Prahlerei, Afrikaans) und die zwei Arten von kurzen Vokalen (Satz, das).
Ein Problem, das viele Amerikaner haben, ist wie man das „r“ produziert. „R“ kann zwei unterschiedliche Aussprachen im Deutschen haben: vokalisch und unvokalisch. In amerikanischem English ist das „r“ immer unvokalisch. In Deutsch wird Vokalisierung von einem „r“ durch die Stelle in einer Silbe bestimmt. Am Anfang der Silbe ist das „r“ unvokalisch (es benimmt sich wie ein Konsonant) und wird hinten im Mund produziert. Am Ende der Silbe ist das „r“ vokalisch (es benimmt sich fast wie ein Vokal). Man bekommt das Gefühl, dass das britische „r“ dem Deutschen ähnlicher als dem Amerikanischen ist. In „Warum nicht Deutsch?“ sieht man das vokalische „r“ am Ende vieler Wörter, wie in Adjektiven (ehrlicher, meiner) und Pluralsubstantiven (Ägypter, Römer). Aber Vorsicht! Das vokalische „r“ erscheint auch in der Mitte von Wörtern (durch, Bestürzung, Herzen).
Andere Buchstaben, die einem Amerikaner Kopfschmerzen bereiten, sind auch hier. Das „z“ wird oft von Amerikaner wie ein stimmhaftes „s“ ausgesprochen. Dieser Unterschied ist sehr wichtig und kann entweder die Bedeutung eines Wortes verändern („Zeit“ zu „seit“) oder Unsinn machen („Sug,“ eigentlich das deutsche Wort „Zug,“existiert nicht in der deutschen Sprache). Das „v“ ist auch grausam für Amerikaner, die oft diese Buchstabe als ein stimmhaftes „f“ aussprechen. (Aber man kann das „v“ so sprechen, wenn man ein Wort von ungermanischer Herkunft hat, wie Universitätsgrad und Evangelischen.) Hier gibt es die gleichen Probleme von Bedeutungsverwandlung („Vier“ zum „wir“) und Unsinn (Was meint man mit „Sowiel?“)
Ein Vokal, der für Amerikaner nicht so leicht zu ausprechen ist, ist das „y.“ Das „y“ wird genau wie „ü“ ausgesprochen und ist in vielen Wörtern von romanischer Herkunft („Ägypter“). Unglücklicherweise sprechen viele viele Amerikaner diesen Buchstaben als „i“ oder „ei“ aus. In Wörter wie „Psychiater,“ „Hygiene“ und ironischerweise „Ypsilon,“ sprechen Muttersprachler vom Englischen diese Wörter wie die englischen Äquivalente für diese Wörter, wie „Psickiater,“ „Heigiene“ und „Ipsilon.“
Die Laute der Buchstabekombination „ch“ ist eine Quelle von Verwirrung für Amerikaner. Viele Amerikaner wollen diese Wörter als „ck“ aussprechen. (Vielen Dank, Kennedy!) Aber es gibt drei verschiedene Wege, diese Kombinationen zu aussprechen. Das ch, das man braucht, wird durch die Vokale vor dem „ch“ bestimmt. Es gibt zwei Gruppen von Vokalen: Die Vokale und Diphtonge, die vorne im Mund produziert werden (i, e, ä, ü, ö, y, eu, äu, ei), und die Vokale und Diphtonge, die hinten im Mund produziert werden (a, o, u, au). Wenn man einen Vokal, der vorne im Mund produziert wird, hat, klingt das „ch“ wie [ç]. Man kann diesen [ç]-Laut in Wörtern wie „ich,“ „Griechen“ und „Bücher“ hören. Der [ç]-Laut wird auch in Wörtern mit „ig“ am Ende gehört. Oft sind diese Wörter undeklinierte Adjektive, wie „mächtig“ und „wahrhaftig,“ aber einige Wörter, wie „König,“ haben den [iç]-Laut am Ende. Wenn man einen Vokal, der hinten im Mund produziert wird, hat, klingt das „ch“ wie [x]. Man kann diesen Laut in Wörtern wie „Konversationsbuch,“ „ausgesprochen“ und „Sprache“ hören. Aber für den Kennedy, der in uns allen lebt, gibt es Gelegenheiten, das „ch“ wie [k] auszusprechen. Wenn ein „s“ direkt nach dem „ch“ kommt, wird die Kombination „chs“ wie [ks] ausgesprochen. Man hört diesen Laut in Wörtern wie „nächsten“ und „Regierungswechsels.“
Wie die Kombination „ig“ am Ende, andere Buchstaben haben eine andere Aussprache, wenn sie am Ende eines Wortes sind. Das Phänomen von Auslautverhärtung passiert, wenn ein „g,“ „b“ oder „d“ am Ende sind. „G,“ „b“ und „d“ sind alle stimmhafte Arten von „k,“ „p“ und „t“. Wenn diese Buchstaben am Ende eines Wortes sind, werden sie wie die stimmlosen Varianten ausgesprochen. „Lag“ ([lak], „ob“ [op] und „Deutschland“ [-lant] sind Beispiele von Wörtern mit Auslautsverhärtung.
Eine andere wichitige Sache ist die Betonung von Wörtern. Die Betonung ist für das Verständnis so wichtig wie die richtige Ausprache von Buchstaben und Buchstabenskombinationen. Die Grundregel der Betonung ist, dass, wenn man ein deutsches Grundwort benutzt, wird dieses Grundwort immer auf der ersten Silbe betont. Es spielt keine Rolle, wenn viele akzentlose Konstituenten dazukommen. „Erziehungsgeschichte“ ist ein gutes Beispiel davon. Es gibt zwei Wörter darin. Das erste Wort ist Erziehung, Das Grundwort ist „zieh“ und ist das betonte Wort. Das „Er“ vor dem Grundwort und das „ung“ danach sind akzentlose Konstituenten und beeinflussen die Betonung nicht. Aber akzentuierte Konstituenten beeinflussen drastisch die Betonung. Im Wort „Abweichung“ ist „weich“ das Grundwort. Normalerweise würde dieses Wort betont werden. Aber es gibt eine akzentuierte Konstituente, „ab“, und diese Kontituente nimmt die Betonung. (Es gibt auch eine akzentlose Konstituente, aber, wie früher erklärt wurde, diese Konstituente hat keinen Effekt auf die Betonung.)
Es gibt immer Herausforderungen, wenn man versucht, eine neue Sprache zu lernen. Weil keine Sprache nicht genau wie eine andere Sprache klingt, muss man die Laute von der neuen Sprache einfach lernen. Durch Hören, Vorlesen und Üben kann man besser verstanden werden und auch mehr verstehen. Wenn man die Ausspracheregeln weiβ, kann man Hindernissen entgehen und den Weg zur guten Aussprache entlang fahren.
(Geschrieben von Alexander Mann)